Die Silverökonimie rollt an!

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Insight18. März 2026

Wer die alternde Gesellschaft nur als Sozialthema betrachtet, verpasst einen der relevantesten Märkte der nächsten Jahre. Die Silver Economy verbindet Demografie, Technologie, Kaufkraft und neue Nachfrage in einer Grössenordnung, die kaum ein Unternehmen ignorieren sollte.

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Eine alternde Bevölkerung als Trendmarkt der Zukunft

Insight • Demografie • Innovation • Märkte • 2026

Die Alterung der Bevölkerung ist kein Randthema mehr. Sie ist einer der klarsten Nachfrageverstärker der kommenden Jahre. Weltweit wächst die Zahl älterer Menschen mit hoher Planbarkeit, in Europa ist dieser Wandel längst Realität. Die Vereinten Nationen erwarten, dass die Zahl der Menschen ab 65 Jahren bis in die späten 2070er auf rund 2,2 Milliarden steigt; in der EU waren Anfang 2025 bereits 22,0 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter.

Während viele Unternehmen noch darüber diskutieren, ob ältere Zielgruppen „spannend genug“ sind, wächst im Hintergrund einer der stabilsten Märkte überhaupt. Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.

Alte Gesellschaft, neuer Markt

Mit der demografischen Verschiebung wächst ein Markt, der längst eigene Dynamiken entwickelt hat. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass die Silver Economy in Europa von 3,7 Billionen Euro im Jahr 2015 auf 5,7 Billionen Euro im Jahr 2025 wächst; eine andere EU-Studie veranschlagt für 2025 sogar 6,4 Billionen Euro und 88 Millionen Jobs. Gleichzeitig nennt die Kommission als zentrale Wachstumsfelder unter anderem Smart Homes für selbständiges Leben, Assistenztechnologien, zugängliche Produkte und Service-Robotik. Das ist der eigentliche Punkt: Hier entsteht kein Nischenmarkt für wenige Spezialanbieter. Hier verschiebt sich die Nachfrage in grossem Stil. Und diese Nachfrage ist nicht nur gross. Sie ist auch kaufkräftig. Nach einer AARP-Analyse trugen Menschen ab 50 Jahren bereits 2020 rund 45 Billionen US-Dollar zur globalen Wirtschaftsleistung bei; bis 2050 soll dieser Wert auf 118 Billionen US-Dollar steigen.

Alt heisst nicht passiv

Was diesen Markt so interessant macht, ist nicht nur seine Grösse, sondern seine Veränderung.

Die Zielgruppe 60+ ist heute aktiver, digitaler und anspruchsvoller als frühere Generationen. Die WHO betont im Rahmen der Decade of Healthy Ageing, dass ältere Menschen länger unabhängig leben, stärker teilhaben und von digitalen, altersfreundlichen Umgebungen profitieren sollen. Auch OECD und WHO heben hervor, dass digitale Gesundheitsangebote, Telemedizin und technologiegestützte Versorgung eine wachsende Rolle in Gesundheitssystemen und im Alltag älterer Menschen spielen. Wer diesen Markt noch immer in alten Bildern denkt, macht einen strategischen Fehler. Es geht nicht um „Seniorenprodukte“ im klassischen Sinn. Es geht um Lösungen für Menschen, die länger aktiv, selbstbestimmt, sicher und integriert leben wollen.

Genau deshalb steigen auch die Anforderungen.

Produkte müssen einfacher, klarer und intuitiver werden, ohne banal zu wirken. Dienstleistungen müssen unterstützen, ohne zu bevormunden. Kommunikation muss verständlich sein, ohne herablassend zu klingen. Das ist anspruchsvoll. Genau deshalb ist es eine Chance.

Der Markt wächst jetzt, nicht später

Die Alterung der Gesellschaft ist kein theoretisches Zukunftsszenario. Sie ist bereits messbar und wird sich in Europa weiter verstärken. Eurostat weist für die EU Anfang 2025 einen Anteil von 22,0 Prozent der Bevölkerung ab 65 aus. Für Deutschland zeigt Destatis, dass der Anteil der Menschen ab 67 Jahren von 20 Prozent im Jahr 2024 bis 2038 auf 25 bis 27 Prozent steigen dürfte. Das bedeutet für Unternehmen vor allem eines: Wer sich heute nicht damit beschäftigt, wird morgen hinterherlaufen. Denn dieser Markt entwickelt sich nicht sprunghaft, sondern kontinuierlich. Und genau das macht ihn strategisch so attraktiv. Er wächst nicht aufgrund eines kurzfristigen Hypes, sondern aufgrund einer tiefen strukturellen Verschiebung.

Christian Könitzer formuliert die unternehmerische Relevanz sehr klar:
„Wenn ein so grosser Markt wie das Altwerden so offensichtlich ist, warum haben nicht alle grossen Wirtschaftsunternehmen dort etwas zu suchen? Aus Marketingsicht geht es um zukünftige Positionierungen, um Markenaufbau und ganz klar um die Erschliessung neuer Marktbereiche. Die Player in diesem Sektor werden sich verändern, weil es viele Produkte geben wird, die heute in diesem Bereich noch gar nicht angedacht sind.“

Das ist mehr als ein guter Satz. Es ist ein strategischer Hinweis. Wer nur auf bestehende Kategorien schaut, wird die eigentliche Dynamik dieses Marktes zu spät erkennen. Gerade in der Silver Economy werden viele relevante Produkte, Services und Plattformen erst noch entstehen.

Innovation für ein älter werdendes Umfeld

Der grosse Fehler vieler Unternehmen liegt darin, die alternde Bevölkerung vor allem als Pflege- oder Gesundheitsfrage zu betrachten. Das ist zu eng. Natürlich wachsen Pflege, Medizintechnik, Telemedizin und assistive Technologien stark. Aber die eigentliche Marktbewegung reicht viel weiter: Wohnen, Mobilität, Banking, Tourismus, Sicherheit, Konsumgüter, Kommunikation, Services, Plattformen, Versicherungen und digitale Alltagshelfer werden sich an eine ältere, aktive und anspruchsvolle Gesellschaft anpassen müssen. Genau darauf verweist auch die Europäische Kommission, wenn sie die Silver Economy als Querschnittsmarkt beschreibt, der weit über klassische Gesundheitsangebote hinausgeht.

Stefan Kröhnert bringt das in eine noch deutlichere Richtung:
„Wenn jeder alt wird und wir zu der Generation gehören, in der sehr viele alt werden, ist die Ignoranz gegenüber diesen Marktsegmenten erstaunlich. Ein Blick in die Zukunft zeigt: Wir brauchen Technik, wir brauchen Lösungen und wir brauchen den echten Willen, uns der kommenden Überalterung unserer Gesellschaften weltweit zu stellen.“

Genau darin liegt die wirtschaftliche Relevanz. Dieser Markt fordert nicht nur bessere Produkte. Er fordert eine neue Haltung zur Anwendbarkeit, Verständlichkeit und Relevanz.

Wo mpai ansetzt

Genau an dieser Schnittstelle arbeitet mpai.

Nicht nur dort, wo Produkte bereits fertig sind, sondern dort, wo Märkte erst sauber verstanden und Angebote richtig eingeordnet werden müssen. Gerade in der Silver Economy reicht es nicht, eine technische Lösung zu haben. Entscheidend ist, ob sie für die Zielgruppe, für Partner, für Investoren und für den Markt als Ganzes nachvollziehbar, anschlussfähig und relevant erscheint. mpai unterstützt Unternehmen dabei, diese Zielgruppen frühzeitig ernst zu nehmen, ihre Angebote klar zu positionieren und Innovationen so zu kommunizieren, dass sie nicht nur existieren, sondern im Markt auch verstanden werden. Das ist in einem Umfeld wichtig, in dem Demografie, Technologie und gesellschaftliche Erwartungen gleichzeitig aufeinander wirken. Denn der entscheidende Vorteil liegt oft nicht allein im Produkt. Er liegt darin, wie früh ein Produkt, ein Service oder ein Konzept überhaupt richtig verstanden wird.

Alt in die Zukunft

Die Alterung der Gesellschaft ist kein Zukunftsbild. Sie ist eine wirtschaftliche Realität mit klarer Richtung. Die Bevölkerungen in Europa und vielen anderen Regionen werden älter. Die Kaufkraft älterer Menschen ist hoch. Die Silver Economy wächst. Und mit ihr wachsen die Chancen für Unternehmen, die nicht in alten Klischees denken, sondern in relevanten Lösungen.Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob dieser Markt relevant wird.

Sondern wer ihn früh genug ernst nimmt.

Oder einfacher gesagt:

Die Zukunft wird älter.
Und genau darin liegt Wachstum.

 

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